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Dieses Thema umfasst folgende Tests:

Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch den Test zum Thema Rost im Tank.

 

Rostschutzmittel-Test "1K gegen 2K"

Den Schwerpunkt in diesem Test bildet der Vergleich von 1-Komponenten-Produkten mit 2-Komponenten-Produkten.

Dem Hörensagen nach sind 1K-Produkte relativ offenporig und bieten daher kaum Schutz vor neuem Rost. Die Feuchtigkeit könne durch die porigen Schichten auf den Restrost diffundieren und neues Unheil anrichten.
Dass mit 1K-Produkten beschichtete Flächen sehr schnell wieder flächig Rost ansetzen, habe ich auch selbst schon erlebt, aber natürlich fehlte mir bisher der direkte Vergleich mit einer 2K-Beschichtung. Ob es wirklich einen nennenswerten Unterschied gibt, wird der neue Test hoffentlich zeigen.

Der Vergleich zwischen Salz- und Phosphorsäure soll aufzeigen, ob es vorteilhafter ist, Bleche mit Phosphorsäure zu entrosten, weil diese Säure angeblich eine schützende Phosphatschicht hinterlässt. Persönlich glaube ich da nicht dran, aber ich habe diese These eben schon häufig gehört.

Rust Prevention Magic (RPM) war vor ein paar Jahren ein gehyptes Rostschutzmittel aus den USA, das einen quasi unsichtbaren Rostschutz verspricht. Während die meisten Öle und Wachse einen sichtbaren Schmierfilm hinterlassen, sieht man bei RPM angeblich gar nicht, dass überhaupt etwas aufgetragen wurde. Das ist natürlich für viele Anwendungen eine tolle Sache - sofern der Rostschutz tatsächlich etwas taugt.

 

Übersicht

  1. Teilnehmer
  2. Durchführung und Besonderheiten
  3. Stand nach 1 Woche
  4. Stand nach 1 Monat

 

1. Teilnehmer

  1. Referenzblech, blank
  2. 1K-Spraydosen-Grundierung "Spraila" von AutoK
  3. 2K-Epoxy-Grundierung von Standox
  4. 1K-Spraydosen-Lack "Multona Autolack 0730"
  5. 2K-VOC-Acryllack von Standox
  6. 1K-Spraydosen-Grundierung (wie oben) + 1K-Spraydosen-Lack (wie oben)
  7. 2K-Epoxy-Grundierung Standox + 2K-VOC-Acryllack Standox
  8. Rostiges Blech (eine Woche in Salzwasser), mit 25%iger Phosphorsäure entrostet (1 h Einwirkzeit), ergibt eine dunkle Oberfläche
  9. idem, mit Salzsäure entrostet, ergibt eine perfekt graue Oberfläche
  10. Rust Prevention Magic (RPM)
  11. Brüniertes Blech (in heißer Brünierlauge geschwärzt)
  12. Hammerite "Metall-Schutzlack Direkt auf Rost"

Start: Mitte September bei Hitze

Im Foto wurden die Bleche bereits gleichmäßig mit Salzwasser aus einem Blumensprüher eingenebelt. Man erkennt gut die unterschiedliche Benetzung der Oberflächen, je nachdem wie hydrophob oder -phil diese sind. Auf den mit Säure gebeizten Blechen (#8 und #9) verläuft das Wasser vollständig, ebenso beim brünierten Blech (#11). Auf allen anderen Blechen bilden sich Tropfen.

RPM (#10) ließ sich sehr einfach auftragen und hinterließ nach dem Abkühlen sofort eine grifftrockene, allenfalls leicht wachsige Oberfläche. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Mittel gut für Gegenstände geeignet ist, die längerfristig in feuchten Kellerräumen lagern, aber dennoch regelmäßig angefasst werden. Beim Anfassen möchte man ja nicht jedes Mal ölig-klebrige Finger haben!

Ein paar der Kandidaten:

 

 

2. Durchführung und Besonderheiten

Testaufbau und -durchführung entsprechen dem bewährten Vorgehen bei den bisherigen Tests.

Im Unterschied zu den bisherigen Tests bekamen jedoch alle beschichteten Bleche unten rechts einen Schnitt mit dem Cuttermesser verpasst, um eine definierte Beschädigung der Schutzschicht zu simulieren. Gute Produkte sollten in diesem Bereich weniger stark von Unterrostung betroffen sein!

 

 

 

3. Stand nach 1 Woche

In dieser Woche hatten wir ganztägig mindestens 25 °C in der Halle.

An den Blechen, auf denen das Wasser nicht abperlt, sondern verläuft, sieht man, dass der Boden der Kiste nicht vollständig eben ist, sodass die Feuchtigkeit auf diesen Blechen nach unten läuft und dort für starke Korrosion sorgt. Diese Unebenheit ist zwar so gering, dass man sie mit bloßem Auge gar nicht wahrnimmt, aber im Rostbild kommt sie eben deutlich zum Vorschein. Betroffen sind nur die mit Säure gebeizten Bleche #8 und #9 sowie das brünierte Blech #11.

Die Bleche, auf denen das Wasser abperlt, sind von diesem Problem nicht betroffen, erstaunlicherweise auch nicht das vollständig unbehandelte Referenzblech #1. Dieses wurde zwar - genau wie alle anderen Bleche - nach dem Ausschneiden mit der Blechschere mit Verdünnung abgewischt, aber offensichtlich sorgt die sehr glatte Oberfläche für einen wasserabweisenden Effekt, der bei den gebeizten oder brünierten Blechen verlorenging.

Das brünierte Blech #11 schneidet etwas besser ab als die gebeizten Bleche, was zeigt, dass die Brünierung doch einen leichten Rostschutz bewirkt. Das zeigt sich auch, wenn man den Brüniervorgang in siedender Brünierlauge aus irgendeinem Grund vorzeitig beendet: die bereits vollständig schwarzen Teile überstehen das anschließende Wasserbad völlig unbeschadet, die zu diesem Zeitpunkt erst leicht ergrauten Teile setzen hingegen neuen Flugrost an.

 

 

3. Stand nach 1 Monat

Es ist Mitte Oktober, die Temperaturen sind merklich zurückgegangen und die Farben werden herbstlich:

Das unbehandelte Referenzblech #1 weist zu diesem Zeitpunkt die wüstesten Korrosionsschäden auf.

Es folgen auf den hinteren Plätzen die zwei in Säure gebeizten Bleche #8 und #9. Irgendwelche nennenswerten Unterschiede zwischen der Phosphor- und der wesentlich billigeren Salzsäure vermag ich nicht zu erkennen. Ich schließe daraus, dass beim Entrosten mit Phosphorsäure nicht automatisch eine schützende Phosphatschicht entsteht.

Rust Prevention Magic mit der Startnummer #10 wird vom Rand her kommend angeknabbert. Merkwürdigerweise haben sich schwarze Inseln von der Oberfläche abgelöst!?

Alle anderen Bleche sehen zu diesem Zeitpunkt noch recht gut aus. Die von dem Einschnitt ausgehenden Rostschlieren wie sie z.B. bei der 2K-Epoxy-Grundierung #3 zu sehen sind, dürfen nicht überbewertet werden. Vielleicht werde ich diese oberflächlichen Verschmutzungen vor dem nächsten Phototermin abwischen.

Interessanter ist, wie weit die Beschichtung rechts und links vom Einschnitt durch Unterrostung emporgedrückt wird. Dies fällt beispielsweise bei der #6 1K-Spraydosen-Grundierung mit 1K-Spraydosen-Lack deutlich auf.

Am besten steht zu diesem Zeitpunkt augenscheinlich die #7 2K-Epoxy-Grundierung + 2K-VOC-Acryllack da.

 

Fortsetzung folgt!

Zum Schluss noch einmal der Hinweis:

Einzelne Produkte können in diesem Test schlechter oder besser abgeschnitten haben als sie es unter wissenschaftlich überwachten "Reinraumbedingungen" hätten. Möglicherweise wurden einzelne Produkte etwas zu dünn aufgetragen oder bekamen etwas mehr Salznebel ab. Es handelt sich hier um einen Versuch aus reinem Privatinteresse, bei dem es mir nur auf die Tendenz ankam. Führen Sie doch einfach auch einen Versuch durch, dann können wir die Ergebnisse vergleichen!

© 2020 Merten

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