Zur DAF-Seite Dieses Thema umfasst folgende Tests:
Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch den Test zum Thema Rost im Tank.
Rostschutzmittel-Test "1K gegen 2K"Den Schwerpunkt in diesem Test bildet der Vergleich von 1-Komponenten-Produkten mit 2-Komponenten-Produkten. Dem Hörensagen nach sind 1K-Produkte relativ offenporig und bieten
daher kaum Schutz vor neuem Rost. Die Feuchtigkeit könne durch die
porigen Schichten auf den Restrost diffundieren und neues Unheil anrichten.
Der Vergleich zwischen Salz- und Phosphorsäure soll aufzeigen, ob es vorteilhafter ist, Bleche mit Phosphorsäure zu entrosten, weil diese Säure angeblich eine schützende Phosphatschicht hinterlässt. Persönlich glaube ich da nicht dran, aber ich habe diese These eben schon häufig gehört. Rust Prevention Magic (RPM) war vor ein paar Jahren ein gehyptes Rostschutzmittel aus den USA, das einen quasi unsichtbaren Rostschutz verspricht. Während die meisten Öle und Wachse einen sichtbaren Schmierfilm hinterlassen, sieht man bei RPM angeblich gar nicht, dass überhaupt etwas aufgetragen wurde. Das ist natürlich für viele Anwendungen eine tolle Sache - sofern der Rostschutz tatsächlich etwas taugt.
Übersicht |
1. Teilnehmer
Start: Mitte September bei Hitze Im Foto wurden die Bleche bereits gleichmäßig mit Salzwasser aus einem Blumensprüher eingenebelt. Man erkennt gut die unterschiedliche Benetzung der Oberflächen, je nachdem wie hydrophob oder -phil diese sind. Auf den mit Säure gebeizten Blechen (#8 und #9) verläuft das Wasser vollständig, ebenso beim brünierten Blech (#11). Auf allen anderen Blechen bilden sich Tropfen. RPM (#10) ließ sich sehr einfach auftragen und hinterließ nach dem Abkühlen sofort eine grifftrockene, allenfalls leicht wachsige Oberfläche. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Mittel gut für Gegenstände geeignet ist, die längerfristig in feuchten Kellerräumen lagern, aber dennoch regelmäßig angefasst werden. Beim Anfassen möchte man ja nicht jedes Mal ölig-klebrige Finger haben! Ein paar der Kandidaten:
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2. Durchführung und BesonderheitenTestaufbau und -durchführung entsprechen dem bewährten Vorgehen bei den bisherigen Tests. Im Unterschied zu den bisherigen Tests bekamen jedoch alle beschichteten Bleche unten rechts einen Schnitt mit dem Cuttermesser verpasst, um eine definierte Beschädigung der Schutzschicht zu simulieren. Gute Produkte sollten in diesem Bereich weniger stark von Unterrostung betroffen sein!
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3. Stand nach 1 WocheIn dieser Woche hatten wir ganztägig mindestens 25 °C in der Halle. An den Blechen, auf denen das Wasser nicht abperlt, sondern verläuft, sieht man, dass der Boden der Kiste nicht vollständig eben ist, sodass die Feuchtigkeit auf diesen Blechen nach unten läuft und dort für starke Korrosion sorgt. Diese Unebenheit ist zwar so gering, dass man sie mit bloßem Auge gar nicht wahrnimmt, aber im Rostbild kommt sie eben deutlich zum Vorschein. Betroffen sind nur die mit Säure gebeizten Bleche #8 und #9 sowie das brünierte Blech #11. Die Bleche, auf denen das Wasser abperlt, sind von diesem Problem nicht betroffen, erstaunlicherweise auch nicht das vollständig unbehandelte Referenzblech #1. Dieses wurde zwar - genau wie alle anderen Bleche - nach dem Ausschneiden mit der Blechschere mit Verdünnung abgewischt, aber offensichtlich sorgt die sehr glatte Oberfläche für einen wasserabweisenden Effekt, der bei den gebeizten oder brünierten Blechen verlorenging. Das brünierte Blech #11 schneidet etwas besser ab als die gebeizten Bleche, was zeigt, dass die Brünierung doch einen leichten Rostschutz bewirkt. Das zeigt sich auch, wenn man den Brüniervorgang in siedender Brünierlauge aus irgendeinem Grund vorzeitig beendet: die bereits vollständig schwarzen Teile überstehen das anschließende Wasserbad völlig unbeschadet, die zu diesem Zeitpunkt erst leicht ergrauten Teile setzen hingegen neuen Flugrost an.
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4. Stand nach 1 MonatEs ist Mitte Oktober, die Temperaturen sind merklich zurückgegangen und die Farben werden herbstlich: Das unbehandelte Referenzblech #1 weist zu diesem Zeitpunkt die wüstesten Korrosionsschäden auf. Es folgen auf den hinteren Plätzen die zwei in Säure gebeizten Bleche #8 und #9. Irgendwelche nennenswerten Unterschiede zwischen der Phosphor- und der wesentlich billigeren Salzsäure vermag ich nicht zu erkennen. Ich schließe daraus, dass beim Entrosten mit Phosphorsäure nicht automatisch eine schützende Phosphatschicht entsteht. Rust Prevention Magic mit der Startnummer #10 wird vom Rand her kommend angeknabbert. Merkwürdigerweise haben sich schwarze Inseln von der Oberfläche abgelöst!? Alle anderen Bleche sehen zu diesem Zeitpunkt noch recht gut aus. Die von dem Einschnitt ausgehenden Rostschlieren wie sie z.B. bei der 2K-Epoxy-Grundierung #3 zu sehen sind, dürfen nicht überbewertet werden. Vielleicht werde ich diese oberflächlichen Verschmutzungen vor dem nächsten Phototermin abwischen. Interessanter ist, wie weit die Beschichtung rechts und links vom Einschnitt durch Unterrostung emporgedrückt wird. Dies fällt beispielsweise bei der #6 1K-Spraydosen-Grundierung mit 1K-Spraydosen-Lack deutlich auf. Am besten steht zu diesem Zeitpunkt augenscheinlich die #7 2K-Epoxy-Grundierung + 2K-VOC-Acryllack da. |
5. Stand nach 3 MonatenEs ist Mitte Dezember, die letzten Wochen waren recht kühl (2...5 °C). Das setzt die Geschwindigkeit der chemischen Prozesse herab, sodass keine herausragenden Veränderungen zu berichten sind:
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6. Stand nach 6 MonatenEs ist Mitte März. Die niederen Temperaturen über den Winter haben ein nur langsames Fortschreiten der Korrosion bewirkt. Dennoch fallen bei genauerem Hinschauen einige Entwicklungen auf: Der Lack längs des Einschnitts wird bei 1K-Grundierung + 1K-Lack (#6) inzwischen ganz erheblich hochgedrückt. Beim 1K-Lack (#4) - allerdings tendenziell auch beim 2K-VOC-Lack (#5) wird die Lackoberfläche in vielen Bereichen schrumpelig = ein Zeichen für flächige Unter- und Durchrostung. Bei diesen Mustern habe ich den Eindruck, dass der Lack irgendwie porig ist und die Feuchtigkeit ans Material durchlässt. RPM (#10) hat die schwarzen Inseln verloren, aber irgendeine Rostschutzwirkung scheint nicht mehr gegeben zu sein. Klarer Halbjahressieger: 2K-Epoxy + 2K-VOC-Lack (#7). Das Bild ist anklickbar für eine größere Darstellung.
Stand 5.9.2021: Aufgrund der ungewöhnlich kalten
und dunklen ersten Jahreshälfte kam der Rost in der Blechkiste nicht
recht voran. Ich habe daher auf einen 9-Monats-Zwischenbericht verzichtet.
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6. Stand nach 12 MonatenEs ist Anfang Oktober, die Bleche haben nun ein Jahr lang Zeit gehabt, um standesgemäß Rost anzusetzen (Bild ist anklickbar): Hier die Ergebnisse im Einzelnen: #1 Unbehandeltes Referenzblech: #2 1K-Spraydosen-Grundierung und #3 2K-Epoxy-Grundierung:
Die Grundierungen konnten ihre Bleche einigermaßen gut schützen. Der Unterschied zwischen 1k und 2K ist aber erstaunlich gering!
#4 1K-Spraydosen-Lack und #5 2K-VOC-Acryllack:
Die Lacke taten sich wesentlich schwerer als die Grundierungen. Und nicht nur beim 1K-, sondern auch beim 2K-Lack ist es zu vollflächigen Unterrostungen gekommen.
#6 1K-Spraydosen-Grundierung + 1K-Spraydosen-Lack und #7 2K-Epoxy-Grundierung + 2K-VOC-Acryllack:
Die Kombination aus Grundierung und Lack schneidet erwartungsgemäß am besten ab. Das 2K-Pärchen ist sogar klarer Testsieger, allerdings ist der Abstand zur 1K-Kombo bei Weitem nicht so groß, wie es zahllose Internetquellen predigen! Die These, dass 1K-Produkte (im Gegensatz zu 2K-Produkten) beim Verdunsten des Lösungsmittels porig werden, was der Feuchtigkeit Zutritt zum Blech beschert, ist also nur bedingt glaubwürdig.
#8 Rostiges Blech, mit Phosphorsäure entrostet und #9 idem, mit Salzsäure entrostet
Von der vermeintlichen Schutzschicht, die die Phosphorsäure nach dem Entrosten zurücklässt, ist nichts zu sehen ...
#10 Rust Prevention Magic (RPM) und #11 Brüniertes Blech:
Das Wundermittel aus den USA hielt leider nicht, was die Werbung versprach. Fürs Konservieren von Metallteilen in nur mäßig feuchten Kellern wird es aber vermutlich völlig ausreichen. Außerdem ist es direkt nach dem Auftragen grifftrocken und beinahe unsichtbar - was ja durchaus vorteilhaft ist. Das in siedender Salzlauge brünierte Blech schneidet hingegen besser ab als erwartet.
#12 Hammerite Ziemlich gut schneidet auch Hammerite ab - für mich Platz 2 nach der 2K-Kombo. In Internetforen ist manchmal zu lesen, dass Hammerite sich nicht gut für Anwendungen an Pkw eignet, da es mit den Vibrationen nicht klarkäme. Und als ich es einmal bei einem Mitsubishi anwendete, wurde es tatsächlich ziemlich schnell unterrostet. Andererseits bleibt Hammerite nach dem Auftrag ja sehr lange weich und elastisch, was es eigentlich für solche Anwendungen prädestinieren sollte? Bei unserer im Freien stehenden Hebebühne verhindert das Mittel hingegen seit vielen Jahren erfolgreich die Rostneubildung. ############### Ausblick auf 2022 Aufgrund zahlreicher Anfragen kommen im nächsten Test u.a. folgende Mittel aufs Blech:
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Zum Schluss noch einmal der Hinweis:
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